{"id":155277,"date":"2018-10-08T17:09:53","date_gmt":"2018-10-08T15:09:53","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=155277"},"modified":"2018-10-08T17:09:53","modified_gmt":"2018-10-08T15:09:53","slug":"internet-erde-weltraum-wolkenlasertechnologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/internet-erde-weltraum-wolkenlasertechnologie\/","title":{"rendered":"Internet auf der Erde und \u00fcber den Wolken dank Lasertechnologie"},"content":{"rendered":"<p>In M\u00fcnchen und anderen Gro\u00dfst\u00e4dten sind Probleme rund um ein schnelles Internet nur selten Thema. Sobald man sich aber aus dem Einzugsgebiet der Metropolen wegbewegt und in l\u00e4ndliche Gebiete vordringt, gibt es immer noch jede Menge wei\u00dfe Flecke auf der Landkarte der Versorger. Und das in Deutschland.<\/p>\n<p>In Regionen wie der s\u00fcdamerikanischen Pampa, dem afrikanischen Busch oder Inseln im Pazifik ist zum gro\u00dfen Teil \u00fcberhaupt nicht an irgendeine Internetverbindung zu denken, geschweige denn eine schnelle. Insgesamt sollen weltweit sage und schreibe drei Milliarden Menschen ganz ohne Internetanbindung sein. F\u00fcr alle leidgeplagten Bewohner solcher mehr oder weniger abgeschiedenen Orte gibt es aber eine L\u00f6sung \u2013 und die kommt aus Gilching bei M\u00fcnchen, von <a href=\"https:\/\/mynaric.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mynaric<\/a>.<\/p>\n<p>Das 2009 von ehemaligen Mitarbeitern des Deutschen Zentrums f\u00fcr Luft- und Raumfahrt (DLR) gegr\u00fcndete Unternehmen ist ein Hersteller von Laserkommunikationstechnologien zum Aufbau von dynamischen Kommunikationsnetzwerken in der Luft und im Weltall. Zu den Produkten f\u00fcr die kabellose Daten\u00fcbertragung geh\u00f6ren Bodenstationen und Laserterminals, die es erm\u00f6glichen, sehr umfangreiche Datenmengen mit hoher Geschwindigkeit \u00fcber lange Strecken kabellos zu \u00fcbermitteln.<\/p>\n<p>Die Technik von Mynaric \u201ekommt da zum Einsatz, wo Glasfaser nicht m\u00f6glich ist\u201c, hei\u00dft es. \u201eGanz allgemein liegen Anwendungsfelder \u00fcberall dort, wo gro\u00dfe Datenmengen zwischen Flugzeugen oder Satelliten oder von diesen Plattformen zum Boden \u00fcbertragen werden m\u00fcssen. Im speziellen arbeiten eine ganze Reihe von internationalen Unternehmen an einem Internet \u00fcber den Wolken, f\u00fcr das die Laserkommunikation eine Schl\u00fcsseltechnologie darstellt. Hier sollen viele hundert bis tausend Flugzeuge, Drohnen, H\u00f6henballons oder Satelliten untereinander vernetzt werden, um dort Zugang zum Internet zur Verf\u00fcgung zu stellen, wo Glasfaserkabel im Boden nicht praktikabel oder schlicht zu teuer sind.\u201c<\/p>\n<p>Das tr\u00e4fe einerseits auf diese wirtschaftlich schw\u00e4cheren Gegenden mit geringerer Besiedelung zu, aber auch auf Schiffe oder Flugzeuge. In den St\u00e4dten werde man sicher auch in Zukunft auf im Boden verlegte Glasfaserkabel bauen, da diese Technologie sehr hohe Datenraten zul\u00e4sst, glaubt man bei Mynaric. In d\u00fcnner besiedelten Gebieten werden sich aber auf Dauer Netzwerke in der Luft oder im Weltall wegen der besseren Wirtschaftlichkeit durchsetzen.<\/p>\n<p>\u201eDer Endnutzer wird sich am Ende sowieso keine Gedanken mehr machen, \u00fcber welches Netzwerk seine Daten abgewickelt werden. Wir sprechen von einer Zukunft in der eine Verbindung zum Internet von wirklich jedem Ort der Welt so selbstverst\u00e4ndlich ist, wie die Luft zum Atmen. Mehr noch: Selbst im luftleeren Weltall werden wir omnipr\u00e4sente Internetanbindung haben.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Erster Schritt bereits 2011<\/strong><\/h4>\n<p>Im Jahr 2011 konnte zum ersten Mal eine stabile Verbindung von einem Flugzeug zum Boden hergestellt werden. \u201e1 Gigabit pro Sekunde \u00fcber 60 Kilometer Distanz von einem Flugzeug, das sich mit 750 Stundenkilometern bewegt, stark vibriert, Kurven fliegt usw. Viele haben es f\u00fcr aussichtslos gehalten, eine so pr\u00e4zise Technologie wie Laserkommunikation in einem so harschen Szenario zu verwenden\u201c, erl\u00e4utert Sven Meyer-Brunswick, Director Communications &amp; Corporate Growth.<\/p>\n<p>\u201eSchlie\u00dflich muss der schmale Laserstrahl zwischen Bodenstation und Flugzeug ganz pr\u00e4zise ausgerichtet werden. Zum Vergleich: unsere Systeme schaffen eine Pr\u00e4zision, die eine aus der Hosentasche fallende M\u00fcnze aus mehr als einem Kilometer Entfernung verfolgen kann. Der Test ist damals sehr erfolgreich verlaufen. Bis heute konnte uns das weltweit niemand nachmachen.\u201c<\/p>\n<p>Nach der erstmaligen Auslieferung einer optischen Bodenstation f\u00fcr die Satellitenkommunikation begann Mynaric im September 2018 mit der Serienproduktion von zwei Arten optischer Bodenstationen, die f\u00fcr die Laserkommunikation zwischen Luft- und Raumfahrzeugen und dem Boden einsetzbar sind. \u201eDas ausgelieferte erste Ger\u00e4t ist damit bereit, breitbandige bidirektionale Datenverbindungen mit Satelliten im niedrigen Erdorbit mit Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gbps und \u00fcber Distanzen von bis zu 1.400 km zu realisieren\u201c, hie\u00df es in der Pressemitteilung.<\/p>\n<p>\u201eDie Auslieferung dieser Bodenstation f\u00fcr die Satellitenkommunikation verdeutlicht die Wirksamkeit unserer internen Entwicklungs- und Produktionsprozesse \u2013 beides Schl\u00fcsselelemente f\u00fcr die Positionierung von Mynaric als \u201ago-to\u2018 Zulieferer f\u00fcr Laserkommunikationsprodukte. In Folge fahren wir nun unsere Bestrebungen hoch, die Produktion von Bodenstationen f\u00fcr die Verbindung von Assets im Weltall zu skalieren\u201d, sagte Dr. Markus Knapek, Gr\u00fcnder und Vorstandsmitglied von Mynaric.<\/p>\n<h4><strong>Bodenstationen, Air-Terminals und Weltraumterminals<\/strong><\/h4>\n<p>Luft-Boden-Stationen bieten Laserverbindungen von Flugzeugen und unbemannten Luftfahrzeugen zum Boden; Raum-Boden-Stationen bieten Laserverbindungen zum Boden von Satelliten. \u201eDie Bodenstation GS-200 ist ein optisches Freiraum-Kommunikationsendger\u00e4t f\u00fcr terrestrische Anwendungen. Es wird f\u00fcr die bidirektionale Datenkommunikation eingesetzt und bietet in Verbindung mit unserem Luft-Boden-Terminal MLT-70 eine vollst\u00e4ndige 10-Gbit\/s-Verbindung zu jedem Flugzeug oder jeder stratosph\u00e4rischen Plattform.\u201c<\/p>\n<p>Die Bodenstation wird typischerweise f\u00fcr bidirektionale Daten- und nat\u00fcrlich auch Mobilfunkverbindungen zu und von Flugzeugen verwendet, die in der normalen zivilen Luftfahrt oder auch Drohnen oder Ballons in der Stratosph\u00e4re eingesetzt werden. Ihr robustes Design erm\u00f6glicht den Betrieb unter rauen Umgebungsbedingungen wie Regen, starkem Wind und gro\u00dfen Temperaturschwankungen.<\/p>\n<p>Air-Terminals erm\u00f6glichen Hochgeschwindigkeitslaserverbindungen zwischen Flugzeugen, Ballonen, Drohnen oder anderen unbemannten Luftfahrzeugen und von diesen zum Boden. \u201eDas Laserterminal MLT-70 ist ein optisches Freiraum-Kommunikationsendger\u00e4t f\u00fcr Anwendungen in der Luft. Es wird f\u00fcr die bidirektionale Datenkommunikation eingesetzt und bietet in Verbindung mit unserer GS-200 Bodenstation eine komplette 10 Gbit\/s-Verbindung zu jedem Flugzeug oder jeder stratosph\u00e4rischen Plattform.\u201c<\/p>\n<p>Weltraumterminals bieten sichere, schnelle Verbindungen zwischen Satelliten \u00fcber gro\u00dfe Entfernungen hinweg. \u201eDas Inter-Satelliten-Link-Terminal MLT-80 ist ein optisches Freiraum-Kommunikationsendger\u00e4t f\u00fcr Inter-Satellitenverbindungen im erdnahen Orbit (LEO).\u201c<\/p>\n<p>Die Weltraumterminals sind so konzipiert, dass sie sowohl einzelne Satelliten als auch ganze Konstellationen von Hunderten oder sogar Tausenden von Satelliten im niedrigen Erdorbit miteinander verbinden k\u00f6nnen und Breitbandverbindungen zum und vom Boden bereitzustellen.<\/p>\n<p>Bei Mynaric geht man davon aus, dass auf auf Laserkommunikation basierende Netzwerke in der Luft und im Weltall in der Zukunft eine \u00e4hnliche Rolle wie das bestehende Glasfasernetzwerk im Boden spielen werden.<\/p>\n<p><em>Foto: Pixabay<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In M\u00fcnchen und anderen Gro\u00dfst\u00e4dten sind Probleme rund um ein schnelles Internet nur selten Thema. 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