{"id":154913,"date":"2018-10-04T07:58:30","date_gmt":"2018-10-04T05:58:30","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=154913"},"modified":"2018-10-04T07:58:30","modified_gmt":"2018-10-04T05:58:30","slug":"fraunhofer-zeigt-loesungen-bau-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/fraunhofer-zeigt-loesungen-bau-muenchen\/","title":{"rendered":"Feuchte W\u00e4nde und marode Bauteile \u2013 Fraunhofer zeigt L\u00f6sungen auf der BAU in M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p>Zwei innovative Forschungsentwicklungen f\u00fcr die Baubranche wird das <a href=\"https:\/\/www.fraunhofer.de\/\">Fraunhofer-Institut<\/a> auf der Messe <a href=\"https:\/\/bau-muenchen.com\/\">BAU<\/a> in M\u00fcnchen zeigen. Die dort erstmal pr\u00e4sentierten Prototypen des EDF-Trocknungssystems (EDF = Energieeffizient, Diffusionsoffen, Flexibel) und des Textilbetons erlauben feuchte W\u00e4nde und marode Bauteile in den Griff zu bekommen.<\/p>\n<h3>2,3 Milliarden Euro Schaden durch Wassersch\u00e4den<\/h3>\n<p>Die Forscher des Fraunhofer-Instituts reagieren mit ihrem Trocknungssystem auf platzende Rohre, leckende Armaturen, auslaufende Heizboiler. Laut den Angaben des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft <a href=\"https:\/\/www.gdv.de\/de\">GDV<\/a> wird alle 30 Sekunden in Deutschland ein Leitungswasserschaden gemeldet. Dadurch entstehen Kosten von 2,3 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>W\u00e4nde und Fu\u00dfb\u00f6den m\u00fcssen nach Wassersch\u00e4den professionell getrocknet werden, um Schimmelbildung zu vermeiden. Heizen und L\u00fcften reichen aber normalerweise nicht aus. Deswegen trocknen Infrarot-Heizplatten und Folienzelten, kombiniert mit Adsorptionstrocknern feuchte W\u00e4nde. Mit dieser Methode sind jedoch Zimmerdecken schlecht erreichbar. Hinzu kommt, dass dieses System sehr energiehungrig ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_154924\" aria-describedby=\"caption-attachment-154924\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/EDF-System-Wasserscha\u0308den.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-154924 size-medium\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/EDF-System-Wasserscha\u0308den-300x161.jpg\" alt=\"EDF-System - Fraunhofer Institut\" width=\"300\" height=\"161\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-154924\" class=\"wp-caption-text\">Das EDF-Trockensystem wird unmittelbar auf die nasse Wand montiert. Foto: Fraunhofer IBP<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Direkte Trocknung<\/h3>\n<p>Mit dem EDF-Trocknungssystem, dem 100&#215;50 Zentimeter gro\u00dfen System, das aus brandsicherem, diffusionsoffenem D\u00e4mm-Material und einer Heizung besteht, wird das feuchte Bauteil direkt getrocknet. Das hei\u00dft, es l\u00e4sst sich unmittelbar auf das feuchte Bauteil montieren.<\/p>\n<p>Tests an durchn\u00e4ssten Hochlochziegelw\u00e4nden haben eine Energieeinsparung von 80 Prozent gegen\u00fcber IR-Heizplatten bei gleicher Trocknungszeit ergeben. Ein Sensor regelt in dem Trocknungssystem der Fraunhofer-Forscher die Temperatur der Heizung. Die diffusionsoffene D\u00e4mmung an der R\u00fcckseite des EDF-Moduls l\u00e4sst Feuchtigkeit ungehindert durch und minimiert die W\u00e4rmeverluste.<\/p>\n<p>Das Trocknungsmodul wurde bereits zum Patent angemeldet. Es l\u00e4sst sich leicht installierten, sogar an gekr\u00fcmmten Oberfl\u00e4chen oder runden W\u00e4nden. Besonders angenehm: Die Trocknung der Wand ist ger\u00e4uschlos. Da das EDF-Modul nicht viel wiegt, l\u00e4sst es sich laut Forscher auch leicht transportieren.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chster Schritt sind nun Versuche unter realen Bedingungen vorgesehen. Der Marktstart f\u00fcr das EDF-Modul ist f\u00fcr Sommer 2019 geplant.<\/p>\n<h3>Mit nachhaltigem Textilbeton gegen Bausch\u00e4den<\/h3>\n<p>Risse im Beton und rostender Stahl sollen laut den Forschern des Fraunhofer Institus k\u00fcnftig der Vergangenheit angeh\u00f6ren. Das Geheimnis: Textilbeton. Der korrosionsfreie Baustoff weist eine hohe Lebensdauer auf und bietet die gleichen statischen Eigenschaften wie Stahlbeton. Im Gegensatz zum armierten Baustoff zeichnet er sich durch eine Materialst\u00e4rke von nur wenigen Zentimetern aus. Somit sind filigrane Konstruktionen m\u00f6glich. Obendrein passt sich Textilbeton fast jeder Geometrie an.<\/p>\n<p>Beim textilen Hochleistungsbeton ersetzen Carbon-, Glasfaser- oder Kunststoffgewebe den Stahl. Die Fraunhofer-Forscher wollen nun diese Fasern durch ein Textil aus nachwachsenden Rohstoffen ersetzen und somit zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen. Sie setzen auf einheimische Pflanzen wie Flachs, der sich durch Spinnen und Weben weiterverarbeiten l\u00e4sst.<\/p>\n<figure id=\"attachment_154925\" aria-describedby=\"caption-attachment-154925\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Flachsgewebe-in-Leinwandbindung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-154925 size-medium\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Flachsgewebe-in-Leinwandbindung-300x169.jpg\" alt=\"Flachsgewebe in Leinwandbindung\" width=\"300\" height=\"169\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-154925\" class=\"wp-caption-text\">Flachsgewebe in Leinwandbindung f\u00fcr Textilbeton. Foto: Jana Winkelmann<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Beton mit Stoffgewebe<\/h3>\n<p>Je nach Anforderung an das Bauteil erg\u00e4nzen die Forscher den Flachs mit Polymerfaser-Str\u00e4ngen \u2013 somit entsteht ein Mischgewebe, das erlaubt die Steifigkeit des Materials individuell einzustellen. Der Materialmix wird auf einer Doppelgreifer-Webmaschine mit Jaquardaufsatz gewebt. Laut Fraunhofer ist sie in Europa einzigartig. Dank der Maschine ist es m\u00f6glich, herk\u00f6mmliche und nachhaltige Materialien wirtschaftlich effizient und technisch komplex zu kombinieren.<\/p>\n<h3>Vor Verwitterung gesch\u00fctzt<\/h3>\n<p>Um das Gewebe vor Verwitterung zu sch\u00fctzen verwenden die Forscher einen Hochleistungsbeton. Zuvor modifizieren sie das gewebte Textil mit nat\u00fcrlichen Harzen. Da das Flachstextil lagenweise in die Bauteile eingebracht wird, lassen sich auch gekr\u00fcmmte Formen oder gerundete Wandelement leicht umsetzen. Danach f\u00fcllt fl\u00fcssiger Beton das Bauteil aus. Entwickelt wurde der Beton vom Zentrum f\u00fcr leichte und umweltgerechte Bauten, kurz Zeluba im <a href=\"https:\/\/www.wki.fraunhofer.de\/\">Fraunhofer WKI<\/a>.<\/p>\n<p>Da das Materialmix aus einer sehr feinen Gesteinsk\u00f6rnung, Wasser, Betonzusatzstoffen sowie Betonzusatzmitteln und aus der Textilbewehrung aus Flachs besteht, ist er sogar h\u00f6herwertiger als Stahlbeton f\u00fcr den Br\u00fcckenbau. Das Materialgef\u00fcge sei laut Forscher so dicht, dass sch\u00e4dliche Substanzen in den Bauk\u00f6rper nicht eindringen k\u00f6nnen. Somit ergebe sich eine deutlich h\u00f6here Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten.<\/p>\n<h3>Schlanke Konstruktionen<\/h3>\n<p>Durch den Textilbeton seien auch leichte, schlanke Br\u00fcckenkonstruktionen m\u00f6glich, die von Kraftfahrzeugen \u00fcberquert werden k\u00f6nnen. So w\u00e4re beispielsweise eine Stahlbetonbr\u00fccke mit einer Spannweite von 15 Metern normalweise etwa 35 bis 40 Zentimeter dick \u2013 mit der Flachsvariante nur zw\u00f6lf bis 16 Zentimeter. Eine Bauaufsichtliche Zulassung f\u00fcr den Baustoff steht allerdings noch aus.<\/p>\n<h3>Fraunhofer auf der BAU<\/h3>\n<p>Auf der Messe BAU vom 14. bis zum 19. Januar in M\u00fcnchen zeigt das Fraunhofer-Institut am Gemeinschaftsstand in Halle C2, 528 neben dem Textilbeton auch einen Prototyp des EDF-Trocknungssystems.<\/p>\n<p>Foto: Messe M\u00fcnchen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei innovative Forschungsentwicklungen f\u00fcr die Baubranche wird das Fraunhofer-Institut auf der Messe BAU in M\u00fcnchen zeigen. 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