{"id":153031,"date":"2018-09-04T12:39:27","date_gmt":"2018-09-04T10:39:27","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=153031"},"modified":"2018-09-04T12:39:27","modified_gmt":"2018-09-04T10:39:27","slug":"neue-erkenntnisse-fettleber-behandlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/neue-erkenntnisse-fettleber-behandlung\/","title":{"rendered":"Neue Erkenntnisse: Fettleber diagnostizieren und personalisiert behandeln"},"content":{"rendered":"<p>Fettleber \u2013 eine Schreckensdiagnose f\u00fcr immer mehr Erwachsene in Industriel\u00e4ndern. Mittlerweile leiden aber sogar auch 34 Prozent der adip\u00f6sen Kinder an einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung (non-alcoholic fatty liver disease, NAFLD), denn nicht immer ist der Alkohol schuld an der Krankheit. Sie erh\u00f6ht das Risiko, an Komplikationen wie Leberzirrhose, Leberkrebs, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall zu erkranken, extrem.<\/p>\n<p>Schuld an der Fettleber sind eine ungesunde Lebensweise mit wenig Bewegung und viel fettem sowie zucker- und fruchtzuckerhaltigem Essen und wenn jemand dann auch noch eine genetische Vorbelastung hat, erh\u00f6ht sich das Risiko zus\u00e4tzlich. Fettleber ist aber nicht gleich Fettleber. In ihrer Studie \u201e<a href=\"http:\/\/www.thelancet.com\/journals\/landia\/article\/PIIS2213-8587(18)30154-2\/fulltext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Non-Alcoholic Fatty Liver Disease: Causes, Cardiometabolic Consequences, And Treatment Strategies<\/a>\u201c haben Professor Norbert Stefan und Professor Hans-Ulrich H\u00e4ring vom Universit\u00e4tsklinikum T\u00fcbingen und dem Institut f\u00fcr Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) des Helmholtz Zentrums M\u00fcnchen, sowie Professor Kenneth Cusi von der University of Florida (USA) M\u00f6glichkeiten neuer Behandlungsmethoden untersucht.<\/p>\n<p>NAFLD ist eine komplexe und heterogene Krankheit, die zu verschiedenen Komplikationen f\u00fchren kann wie schweren Lebersch\u00e4digungen, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen. \u201eUm diese Folgeerkrankungen zu vermeiden, muss die Fettleber rechtzeitig erkannt sowie das jeweilige Risiko f\u00fcr Leber-, Stoffwechsel- und Herzmuskelerkrankungen genau bewertet werden. Dann l\u00e4sst sich eine ma\u00dfgeschneiderte Pr\u00e4vention und Behandlung konzipieren\u201c, erl\u00e4utert Erstautor Norbert Stefan.<\/p>\n<p>In den vergangenen Jahren gab es zahlreiche neue Erkenntnisse und Ergebnisse in der NAFLD-Forschung, aber diese enorme Menge an neuen Daten aus der Grundlagenforschung und der klinischen Hepatologie- und Endokrinologieforschung in die klinische Praxis zu integrieren, ist schwierig. Stefan, H\u00e4ring und Cusi haben die wichtigsten Daten der NAFLD-Forschung ausgewertet und in einem \u00dcbersichtsartikel zusammengestellt. Die Autoren schlagen den Einsatz neuer Diagnose- und Therapieans\u00e4tzen in der Klinik vor, um eine spezifische Risikoprognose f\u00fcr m\u00f6gliche Folgeerkrankungen zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<h4>B\u00f6ses Bauchfett<\/h4>\n<p>\u201eAuf eine Fettleber hin sollten nicht nur Patienten mit erh\u00f6hten Leberenzymen untersucht werden, sondern auch Personen mit einer dysproportionalen Fettverteilung, d.h. einem hohen Anteil an Bauchfett und\/oder einem geringen Anteil an Fett um die H\u00fcften und Beine\u201c, sagt Hans-Ulrich H\u00e4ring, \u00c4rztlicher Direktor der Abteilung Innere Medizin IV am Universit\u00e4tsklinikum T\u00fcbingen und Vorstand des DZD (<a href=\"https:\/\/www.dzd-ev.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutsches Zentrum f\u00fcr Diabetesforschung e.V<\/a>). Dar\u00fcber hinaus empfehlen die Verfasser des Reviews ein Fettleber-Screening auch f\u00fcr Menschen, die an einer Insulinresistenz bzw. an Typ-2-Diabetes leiden.<\/p>\n<p>Wie lassen sich die Fettanteile in der Leber aber zuverl\u00e4ssig bestimmen und Lebersch\u00e4digungen wie Entz\u00fcndung und Fibrose sicher erkennen? In der Prim\u00e4rversorgung eignet sich hier der Einsatz von einfachen Indizes oder Ultraschalluntersuchungen. Spezialisten wie Hepatologen, Endokrinologen und Radiologen k\u00f6nnen dann bei Bedarf weitere Untersuchungen wie zum Beispiel spezielle Kernspintomografien (MRI) einsetzen.<\/p>\n<p>Wie bei so vielen Zivilisationskrankheiten lassen sich auch bei einer Fettleber mit \u00c4nerungen im Lebensstil oft positive Effekte erzielen. So kann man durch eine Abnahme von etwa f\u00fcnf Prozent Gewicht den Fettgehalt in der Leber um bis zu 30 Prozent reduzieren. Um das Risiko f\u00fcr Leberentz\u00fcndungen und Fibrosen zu verringern, bedarf es jedoch eines Gewichtsverlustes von etwa zehn Prozent. \u201eWenn eine solche Gewichtsreduktion nicht erreicht werden kann oder sie nicht ausreicht, um die NAFLD zu verbessern, sollte eine pharmakologische Behandlung in Betracht gezogen werden\u201c, sagt Kenneth Cusi. Zwar sei bis heute noch kein Medikament f\u00fcr die NAFLD zugelassen, \u201eunter bestimmten Bedingungen wie etwa dem Auftreten von Diabetes und NAFLD oder Adipositas und NAFLD k\u00f6nnen jedoch spezifische Medikamente eingesetzt werden, die unterschiedliche Auswirkungen auf Leberfettgehalt, Entz\u00fcndung und Fibrose haben\u201c, so Cusi.<\/p>\n<p>Aktuelle Untersuchungen deuten darauf hin, dass eine genetisch bedingte NAFLD mit einem h\u00f6heren Risiko f\u00fcr Leberfibrose und Leberkrebs verbunden ist. Allerdings haben die Betroffenen ein geringes Risiko f\u00fcr Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Um die Betroffenen richtig behandeln zu k\u00f6nnen, ist es wichtig zu wissen, ob eine Fettleber genetisch bedingt ist.<\/p>\n<p>Die Autoren des Reviews meinen, dass die Anwendung dieser Konzepte k\u00fcnftig eine personalisierte Risikoprognose und eine individualisierte Behandlung einer nichtalkoholischen Fettleber erm\u00f6glicht. Zudem k\u00f6nnen Forscher in Zukunft auf Grundlage der verschiedenen Aspekte dieser Krankheit gezielt Lebensstil\u00e4nderungen und Medikamente f\u00fcr die jeweiligen Untertypen entwickeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fettleber \u2013 eine Schreckensdiagnose f\u00fcr immer mehr Erwachsene in Industriel\u00e4ndern. Mittlerweile leiden aber sogar auch 34 Prozent der adip\u00f6sen Kinder an einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung (non-alcoholic fatty liver disease, NAFLD), denn nicht immer ist der Alkohol schuld an der Krankheit. 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