{"id":152851,"date":"2018-08-31T14:28:40","date_gmt":"2018-08-31T12:28:40","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=152851"},"modified":"2018-08-31T14:28:40","modified_gmt":"2018-08-31T12:28:40","slug":"eso-bilder-carina-nebel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/eso-bilder-carina-nebel\/","title":{"rendered":"ESO zeigt faszinierende Bilder des Carina-Nebels"},"content":{"rendered":"<p>Der Carina-Nebel ist einer der gr\u00f6\u00dften und hellsten Nebel am Nachthimmel und wurde jetzt mit dem VISTA-Teleskop der <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/news\/eso1828\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Europ\u00e4ischen S\u00fcdsternwarte<\/a> (ESO) am Paranal-Observatorium in Chile in fantastischen Aufnahmen abgebildet. Durch die Beobachtung im Infrarotlicht konnte VISTA durch das hei\u00dfe Gas und den dunklen Staub blicken, der den Nebel umh\u00fcllt. Zu sehen sind unz\u00e4hlige Sterne, sowohl Neugeborene als auch andere in ihrem Todeskampf.<\/p>\n<p>Das Sternbild Carina ist etwa 7.500 Lichtjahre von der Erde entfernt und das Zuhause eines Nebels, in dem sich Sterne nebeneinander bilden und sterben. Die riesigen Sterne im Inneren dieser kosmischen Blase geben intensive Strahlung ab, die das umgebende Gas zum Leuchten bringt. Andere Regionen des Nebels enthalten dagegen dunkle S\u00e4ulen aus Staub, die neugeborene Sterne verdecken. Im Carina-Nebel tobt ein Kampf zwischen Sternen und Staub \u2013 den die neu gebildeten Sterne gewinnen, indem sie hochenergetische Strahlung und stellare Winde erzeugen, die die staubigen \u201eSternenkinderg\u00e4rten\u201c, in denen sie sich gebildet haben, verdampfen und zerstreuen.<\/p>\n<p>Trotz der gro\u00dfen Entfernung sind die Erkenntnisse aus Aufnahmen eines solchen Nebels f\u00fcr Astronomen von unsch\u00e4tzbarer Bedeutung. \u201eWir wollen besser verstehen, wie Sterne und Planeten entstehen und in welcher Umgebung sie sich bilden, weshalb das Studium einer relativ nahen Region mit aktiver Sternentstehung so n\u00fctzlich ist\u201c, erkl\u00e4rt Jim Emerson von der School of Physics &amp; Astronomy, Queen Mary University of London. \u201eAbgesehen vom Gesamtbild der Aufnahme wird die Wissenschaft meist mit Hilfe von Katalogen aller Objekte durchgef\u00fchrt, die wir aus dem Bild in jeder der einzelnen Farben (Filter)extrahieren, die in den Beobachtungen verwendet werden.\u201c<\/p>\n<p>Zum ersten Mal beobachtet hat Emerson den Carina-Nebel 1973, damals aber \u201emit einem einzigen Detektor (kein Bild) von einem Ballongetragenen Teleskop bei Wellenl\u00e4ngen, die etwa 100-mal l\u00e4nger sind als das Infrarot des aktuellen Bildes\u201c, sagt er. \u201eDas aktuelle Foto wurde von Bildern gemacht, die 2010 jede Nacht \u00fcber einen Zeitraum von einer Woche im aufgenommen wurden. <a href=\"http:\/\/www.eso.org\/public\/teles-instr\/paranal-observatory\/surveytelescopes\/vista\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">VISTA<\/a> hat es seither im Rahmen seiner Himmelsaufnahmen mehrfach beobachtet.\u201c<\/p>\n<p>Die Sch\u00f6nheit der neuen Bilder habe sogar ihn \u00fcberrascht, gibt Emerson zu. Sie seien \u201eatemberaubend\u201c, die Klarheit und Sch\u00e4rfe hat allerdings nicht wirklich \u00fcberrascht. \u201eDieses Bild wurde mit VISTA, dem Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy, aufgenommen, das mit Nah-Infrarot-Wellenl\u00e4ngen arbeitet und derzeit das weltweit gr\u00f6\u00dfte spezielle Vermessungsteleskop ist\u201c, erkl\u00e4rt Calum Turner, Pressesprecher der ESO in Garching bei M\u00fcnchen. \u201eDie empfindlichen Detektoren von VISTA und die erstaunlichen Beobachtungsbedingungen am Paranal-Observatorium der ESO haben in der Vergangenheit <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/images\/archive\/search\/?adv=&amp;facility=30\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">viele sch\u00f6ne Bilder<\/a> wie dieses hervorgebracht, so dass ich von der Klarheit des Bildes nicht \u00fcberrascht war \u2013 obwohl es sicherlich ein Blickfang ist!\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_152849\" aria-describedby=\"caption-attachment-152849\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-152849 size-large\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Credit-ESO-_T.-Preibisch-1024x698.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"698\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-152849\" class=\"wp-caption-text\">Copyright: ESO\/T. Preibisch<\/figcaption><\/figure>\n<h4>Kein direkter Hinweis auf die Geschichte der Erde<\/h4>\n<p>Einen direkten Hinweis auf die Geschichte unseres Planeten oder sogar auf die Zukunft der Erde geben diese neuen Bilder jedoch nicht, betont Emerson. \u201eWir k\u00f6nnen in diesen Bildern keine Planeten sehen, weil sie viel zu nah an ihren viel helleren Host-Sternen sind.\u201c Andere Techniken k\u00f6nnten sie jedoch finden. \u201eAstrophysiker vergleichen, was sie finden, mit theoretischen Modellen, wie und wo Sterne entstehen, und dieses Zusammenspiel verbessert Schritt f\u00fcr Schritt die Genauigkeit der Modelle. Die Modelle werden dann auf einen Stern der Masse unserer Sonne angewendet, um Einblicke in ihre Zukunft zu geben.\u201c Der Sonne werde in sehr ferner Zukunft der Wasserstoff ausgehen, sagt und in in diesem Stadium werde sich ihr Aussehen \u00e4ndern. Die Leser sollten sich dar\u00fcber keine Sorgen machen, da dieser Zeitpunkt noh sehr weit weg ist. \u201eDie Erde hat andere Probleme, die viel fr\u00fcher gel\u00f6st werden m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>Und wie gro\u00df sind die Chancen, dass es in diesem Nebel bewohnbare Planeten gibt? \u201eNun, Nebel wie Carina sind die Geburtsorte von Sternen, von denen einige auf diesem Bild zu sehen sind\u201c, so Turner. \u201eIn den letzten 25 Jahren haben wir entdeckt, dass viele Sterne Planeten haben, die sich in einer Scheibe um den Stern herum bilden, wenn er noch sehr jung ist. Es gibt keinen Grund, dass die Sterne, die sich in Carina bilden, nicht auch Planeten beherbergen k\u00f6nnen, die sich im Entstehungsprozess befinden. Allerdings w\u00e4ren diese Planeten noch sehr jung, st\u00e4ndig von Asteroiden bombardiert, sehr instabil und wahrscheinlich unbewohnbar. Da w\u00fcrde ich bestimmt nicht wohnen wollen!\u201c<\/p>\n<p>Die Bilder des Carina-Nebels, die wir aktuell sehen, zeigen zwar den Zustand des Nebels, wie er vor 7.500 Jahren war, viel hat sich aber in dieser Zeit nicht ge\u00e4ndert, erkl\u00e4rt Turner. \u201e7.500 Jahre m\u00f6gen nach viel Zeit klingen &#8211; es ist ungef\u00e4hr so lange, wie die menschliche Zivilisation existiert, aber in astronomischer Hinsicht ist es wie ein Augenzwinkern. Ich w\u00fcrde keine gro\u00dfen Ver\u00e4nderungen erwarten.\u201c<\/p>\n<p>Mit \u00fcber 300 Lichtjahren ist der Carina-Nebel eine der gr\u00f6\u00dften sternbildenden Regionen der Milchstra\u00dfe und auch f\u00fcr das blo\u00dfe Auge unter dunklem Himmel gut sichtbar; leider aber nur von der s\u00fcdlichen Hemisph\u00e4re aus, da er im Norden 60 Grad unter dem Himmels\u00e4quator liegt.<\/p>\n<p>In diesem faszinierenden Nebel ist <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Eta_Carinae\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Eta Carinae<\/a> das auff\u00e4lligste Sternensystem. Dieser stellare Riese ist das energetischste Sternensystem in dieser Region und war in den 1830er Jahren eines der hellsten Objekte am Himmel. Seitdem ist er zwar dramatisch verblasst und geht dem Ende seines Lebens entgegen, trotzdem bleibt er eines der gewaltigsten und strahlendsten Sternensysteme der Milchstra\u00dfe.<\/p>\n<p>Im Titelbild dieses Artikels ist Eta Carinae ist als Teil des hellen Lichtflecks knapp \u00fcber dem Punkt der &#8220;V&#8221;-Form der Staubwolken zu sehen. Direkt rechts von Eta Carinae befindet sich der relativ kleine <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Carina_Nebula#Keyhole_Nebula\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Keyhole Nebula<\/a> \u2013 eine kleine, dichte Wolke aus kalten Molek\u00fclen und Gas innerhalb des Carina-Nebels \u2013 der mehrere riesige Sterne beherbergt und dessen Erscheinungsbild sich in den letzten Jahrhunderten ebenfalls drastisch ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p>Der Carina-Nebel wurde in den 1750er Jahren von Nicolas Louis de Lacaille am Kap der Guten Hoffnung entdeckt und seither unz\u00e4hlige Male fotografiert. Aber VISTA \u2013 das Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy \u2013 zeigt dank Infrarot-Technik eine noch nie dagewesene Detailansicht \u00fcber ein gro\u00dfes Gebiet.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"ESOcast 175 Light: Stars and Dust in the Carina Nebula (4K UHD)\" width=\"1290\" height=\"726\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/L7vcwsHGsOY?start=14&#038;feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><em>Titelbild Copyright: ESO\/J. Emerson\/M. Irwin\/J. Lewis<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Carina-Nebel ist einer der gr\u00f6\u00dften und hellsten Nebel am Nachthimmel und wurde jetzt mit dem VISTA-Teleskop der Europ\u00e4ischen S\u00fcdsternwarte (ESO) am Paranal-Observatorium in Chile in fantastischen Aufnahmen abgebildet. 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