{"id":151931,"date":"2018-08-16T13:57:15","date_gmt":"2018-08-16T11:57:15","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=151931"},"modified":"2018-08-16T13:57:15","modified_gmt":"2018-08-16T11:57:15","slug":"muenchen-chemiker-schnick-liebig-denkmuenze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/muenchen-chemiker-schnick-liebig-denkmuenze\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchner Chemiker Dr. Wolfgang Schnick erh\u00e4lt Liebig-Denkm\u00fcnze"},"content":{"rendered":"<p>Die Liebig-Denkm\u00fcnze ist eine Auszeichnung, die an den Chemiker Justus von Liebig erinnert und seit 1903 in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) an Forscher verliehen wird. In diesem Jahr bekommt Professor Dr. Wolfgang Schnick von der <a href=\"https:\/\/www.cup.uni-muenchen.de\/ac\/schnick\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen<\/a> den Preis f\u00fcr seine bahnbrechenden Arbeiten bei der Synthese anorganischer Materialien mit p-Blockelementen. Mit ihrer Forschung haben Schnick und sein Team \u00fcber die Fachgrenzen hinaus neue Ma\u00dfst\u00e4be im Bereich der Leuchtstofftechnologien gesetzt, denn seine Forschungsergebnisse f\u00fchrten unter anderem zu den Hauptkomponenten f\u00fcr warmwei\u00dfe Hochleistungs-LEDs sowie LED-Lichtquellen in der Automobilindustrie.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Zukunft bedeutet das, dass Leuchtmittel nicht nur heller sondern auch energieeffizienter werden. \u201eMan braucht diese LED-Leuchtstoffe, um aus den blauen LEDs, die diesen Lampen zugrunde liegen, alle anderen Farben herstellen zu k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt Schnick, der bereits 1997 die h\u00f6chste deutsche Auszeichnung f\u00fcr Wissenschaftler, den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bekommen hat. \u201eWenn Sie eine Schreibtischlampe haben, wollen sie ja nicht, dass die blau leuchtet. Man geht aber von diesen blauen Lampen aus, weil blaues Licht das kurzwelligste und energiereichste Licht ist, das wir im sichtbaren Spektrum haben.\u201c Nur von energiereichem Licht k\u00f6nne man alle anderen Wellenl\u00e4ngen mit solchen Leuchtstoffen herstellen nicht, andersherum, betont er.<\/p>\n<figure id=\"attachment_151929\" aria-describedby=\"caption-attachment-151929\" style=\"width: 205px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-151929 size-medium\" title=\"Liebig-Denkm\u00fcnze\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/csm_pr_25_schnick_e14a46340e-205x300.jpg\" alt=\"\" width=\"205\" height=\"300\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-151929\" class=\"wp-caption-text\">Professor Dr. Wolfgang Schnick<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eDeshalb war die Entdeckung der blauen Leuchtdioden durch Shuji Nakamura, der vor einigen Jahren den Physik-Nobelpreis daf\u00fcr bekommen hat, ma\u00dfgeblich, um dieses Gebiet voranzutreiben\u201c, so Schnick. \u201eUnsere Leuchtstoffe schaffen es, dass man energieeffizienter wird und gleichzeitig eine sehr viel bessere Farbwiedergabe erreicht. Normalerweise schlie\u00dfen sich diese beiden Anforderungen, die man nat\u00fcrlich immer beide gerne erf\u00fcllen m\u00f6chte, gegenseitig aus. Entweder die Lampen sind sehr energieeffizient und man hat eine nicht so gute Farbwiedergabe oder umgekehrt. Wir konnten zeigen, dass man das mit unseren Verbindungen viel besser erreichen kann als man vorher gehofft hatte.\u201c<\/p>\n<p>Und wie das bei vielen gro\u00dfen Entdeckungen immer wieder der Fall, kam Schnick und seinem Team auch dieses mal Kommissar Zufall zu Hilfe. \u201eWir haben vor allem synthetisch neue Felder in der Chemie betreten, neue Verbindungsklassen gemacht in p-Blockelement-Verbindungen, vor allem mit Stickstoffnitride. Durch Zufall hat es sich ergeben, dass man die mit Europium dotieren kann und dabei sind extrem effiziente Leuchtstoffe herausgekommen, die heutzutage in sehr vielen LED-Anwendungen Verwendung industrielle Anwendung finden, also in Handys, in Blinkern, in warmwei\u00dfen Lampen und so weiter.\u201c Seit fast 17 Jahren gibt es eine Kooperation mit einem gro\u00dfen LED-Hersteller, \u201eder sozusagen unsere Grundlagenwissenschaft in Produkte umsetzt.\u201c<\/p>\n<h4>Liebig-Denkm\u00fcnze hat ganz besondere Bedeutung<\/h4>\n<p>Die Liebig-Denkm\u00fcnze habe f\u00fcr ihn eine ganz besondere Bedeutung, erz\u00e4hlt Schnick. \u201eNat\u00fcrlich ist der Preis eine tolle Auszeichnung f\u00fcr unser \u2013 man kann schon fast sagen \u2013 Lebenswerk und f\u00fcr die Arbeit von vielen Doktoranden, die nat\u00fcrlich alle sehr begeistert sind, mal so an die \u00d6ffentlichkeit zu kommen\u201c, sagt er. \u201eDie Justus Liebig Gedenkm\u00fcnze ist f\u00fcr mich auch insofern wichtig, weil Justus Liebig an der Uni M\u00fcnchen t\u00e4tig war. Er war der bekannteste deutsche Chemiker bevor der Nobelpreis eingef\u00fchrt wurde. Sein direkter Nachfolger hier in M\u00fcnchen [Adolf von Baeyer, Chemie-Nobelpreistr\u00e4ger 1905, Anm. d. Redaktion] hatte den Nobelpreis. Insofern ist das eine tolle Sache. Unsere Chemie baut bei einigen Dingen sogar direkt auf dem auf, was Liebig gemacht hat.\u201c Das habe allerdings nichts mit den LEDs zu tun, meint Schnick. \u201eWir machen auch noch andere Grundlagenforschung. LED ist immer nur eine sehr spektakul\u00e4re Anwendung, aber das macht nicht unsere gesamte Forschung aus.\u201c<\/p>\n<p>Professor Dr. Wolfgang Schnick wurde 1957 in Hannover geboren, schloss sein Studium der Chemie an der Universit\u00e4t Hannover 1986 mit der Promotion ab. Nach seiner Habilitation in Anorganischer Chemie an der Universit\u00e4t Bonn, trat er 1993 eine Professur f\u00fcr Anorganische Chemie an der Universit\u00e4t Bayreuth an. Seit 1998 ist Schnick Professor f\u00fcr Anorganische Festk\u00f6rperchemie an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t in M\u00fcnchen. Schwerpunkt seiner Forschung ist die anorganische Festk\u00f6rperchemie und Materialforschung. Dabei entwickelt er komplexe Nitride von Hauptgruppen-Elementen, wie Kohlenstoff, Silizium oder Phosphor, in Kombination mit Alkali- und Erdalkalimetallen, Seltenerdmetallen und\/oder Wasserstoff. F\u00fcr seine grundlegenden wissenschaftlichen Leistungen wurde Schnick unter anderem mit dem Otto-Klung-Preis der Freien Universit\u00e4t Berlin, dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Wilhelm-Klemm-Preis der GDCh ausgezeichnet. Dar\u00fcber hinaus wurde er sowohl in die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften sowie die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Die Preisverleihung der Liebig-Denkm\u00fcnze findet am 17. September im Rahmen der GDCh-Festsitzung statt, die vom GDCh-Pr\u00e4sident Dr. Matthias Urmann er\u00f6ffnet wird. Nach der Verleihung spricht der Preistr\u00e4ger \u00fcber \u201eExplorative Grundlagenforschung und industrielle Anwendung \u2013 Widerspruch oder erstrebenswerte Konsequenz?\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Liebig-Denkm\u00fcnze ist eine Auszeichnung, die an den Chemiker Justus von Liebig erinnert und seit 1903 in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) an Forscher verliehen wird. In diesem Jahr bekommt Professor Dr. Wolfgang Schnick von der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen den Preis f\u00fcr seine bahnbrechenden Arbeiten bei der Synthese anorganischer Materialien mit p-Blockelementen. 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