{"id":151298,"date":"2018-08-06T17:49:54","date_gmt":"2018-08-06T15:49:54","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=151298"},"modified":"2018-08-06T17:49:54","modified_gmt":"2018-08-06T15:49:54","slug":"intelligente-spracherkennung-depression-selbstmord","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/intelligente-spracherkennung-depression-selbstmord\/","title":{"rendered":"Mit intelligenter Spracherkennung gegen Depressionen und Selbstmorde"},"content":{"rendered":"<p>Es kommt nicht nur darauf an was jemand sagt, sondern wie er es sagt. Das trifft nicht nur auf unseren t\u00e4glichen Umgang mit unseren Mitmenschen zu; vielmehr noch dreht sich bei der intelligenten Spracherkennung des M\u00fcnchener Unternehmens audEERING alles um das Wie. \u201eUnterschiedliche Nuancen k\u00f6nnen ganz viele unterschiedliche Bedeutungen haben. Das ist auch die Crux in der intelligenten Mensch-Maschine-Kommunikation, dass dieses Wie sehr lange zugunsten des Was vernachl\u00e4ssigt wurde\u201c, sagt Dagmar Schuller, CEO und Mitgr\u00fcnderin von <a href=\"https:\/\/audeering.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">audEERNG<\/a>. \u201eNat\u00fcrlich war es wichtig, zuerst das Was zu erkennen, aber die Art wie man spricht, sagt viel mehr aus, ob ich etwas sarkastisch oder ironisch meine, ob ich gl\u00fccklich klinge, ob ich traurig klinge oder negativ oder positiv. Folgendes Video verdeutlicht diesen Punkt anschaulich und mit einem Augenzwinkern.<\/p>\n<p>https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=EXW8xMGFqsU&#038;feature=youtu.be<\/p>\n<p>Genau diese kleinen aber feinen Unterschiede sind oft von entscheidender Bedeutung \u2013 in verschiedensten Bereichen des Lebens. In einer kleinen Serie schl\u00fcsseln wir auf, wie intelligente Spracherkennung auf unterschiedlichen Anwendungsgebieten eingesetzt werden kann. Los geht es heute mit dem Gebiet der Medizin, in der die Software zur Fr\u00fcherkennung von Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder Burnout und Depressionen eingesetzt wird.<\/p>\n<p>\u201eSehr viele neurokognitive Krankheiten \u00e4u\u00dfern sich in einem Fr\u00fchstadium als erstes in der Sprache; wie man sich artikuliert, wie man spricht und auch, wie man sich verh\u00e4lt\u201c, erkl\u00e4rt Dagmar Schuller. \u201eIn der Langzeitbetrachtung gibt es klassische Indikatoren wie unkontrollierte Emotionsausbr\u00fcche bei Alzheimer Patienten. Wenn diese Menschen pl\u00f6tzlich besonders erregt oder besonders ungl\u00fccklich sind und man wei\u00df eigentlich nicht warum, weil es aus dem Kontext gerissen ist, ist das ein klassischer Alzheimer-Indikator, den man erkennen kann.\u201c<\/p>\n<p>Neben den emotionalen Ver\u00e4nderungen spielt aber auch die Sprache eine entscheidende Rolle bei der Fr\u00fcherkennung \u2013 und da kommt audEERING ins Spiel. \u201eWas man an der Sprache oder der Stimme erkennt ist, dass sich der Sprachrhythmus \u00e4ndert. Dass sich die Tonalit\u00e4t \u00e4ndert und manchmal auch die Semantik, wenn man in Richtung des Verstehens geht. Da werden entsprechende W\u00f6rter eingef\u00fcgt, die komplett aus dem Kontext gerissen werden, weil man sich nicht mehr an das korrekte Wort erinnern kann.\u201c Und auch hier kommt es wieder mehr auf das Wie an als auf das Was. \u201eKlassische Sachen, die darauf hindeuten k\u00f6nnen, sind auch wenn man bestimmte Vokale anders ausspricht. Bei Parkinson ist z.b. ein klassischer Test, dass man die Patienten A sagen l\u00e4sst. Dann untersucht man diese unterschiedliche Vokal-Tonalit\u00e4t, um schon fr\u00fch einen Hinweis zu bekommen.\u201c<\/p>\n<h4>Vorherige Vergleichsdaten gut, aber nicht notwendig<\/h4>\n<p>Diese Vergleiche seien ohne vorherige individuelle Vergleichswerte m\u00f6glich, solange man eine \u201eausreichend gro\u00dfe Datenbank hat und wei\u00df, so klingt ein gesunder Patient und so klingt einer der die entsprechende Krankheit hat. Man kann von der Person unabh\u00e4ngig erste Indikatoren feststellen, aufgrund dessen was das System von einer gewissen Datenbank schon gelernt hat. \u201c audEERING hat in einer gemeinsamen Studie mit dem britischen Unternehmen EMTEQ Sprachdaten von Parkinson-Patienten und Sprachdaten von gesunden Patienten aufgenommen, um einen automatischen Erkenner zu bekommen. Trotzdem sei es nat\u00fcrlich immer besser, Langzeitdaten eines indivduellen Patenten zu haben, gibt Schuller zu. \u201ePlastische Anwendungsf\u00e4lle sind tats\u00e4chlich in einer Arzt-Patienten-Beziehung, in der ein Patient \u00fcber einen gewissen Zeitraum immer diese Sprachbeispiele abgibt. Das ist nat\u00fcrlich viel besser, weil ich das individuell mit dem Profil dieser Person vergleichen kann. Dann kann ich auch ganz genau sehen, ob und was sich ge\u00e4ndert hat.\u201c<\/p>\n<p>Kombiniert man diese Indikatoren \u2013 Ver\u00e4nderungen im Verhalten und der Sprache \u2013 ist es f\u00fcr den Arzt in der Fr\u00fchdiagnostik ein Hinweis darauf, noch etwas genauer hinzuschauen und gegebenenfalls einen Neurologen einzuschalten. \u201eIdealerweise macht der Neurologe dann auch noch entsprechende Tests, prinzipiell geht es aber darum, m\u00f6glichst fr\u00fch Indikatoren zu haben und die Krankheit zu erkennen, weil dann die Therapie viel wirksamer ist.\u201c<\/p>\n<p>Hauptanwendungsgebiet f\u00fcr die intelligente Spracherkennung in der Medizin ist das in erster Linie aber Burnout und Depression. \u201eDa gibt es eine sehr gro\u00dfe Dunkelziffer von Menschen, die einerseits gar nicht registriert werden und andererseits viel zu sp\u00e4t registriert werden und wo sich Burnout schon in eine handfeste Depression umgewandelt hat\u201c, betont Dagmar Schuller. \u201eEs besteht dann auch die Gefahr, dass sich diese Depression in eine chronische Depression entwickelt. Deshalb ist es sinnvoll, wenn man fr\u00fchzeitig mit der Therapie anf\u00e4ngt, damit es \u00fcberhaupt nicht erst so weit kommt. Dazu sind unsere Systeme bzw. die klassische Audio Analyse eine sehr gute M\u00f6glichkeit.\u201c<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-151297 size-large\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/infografik_11871_smarte_gesundheit_deutschland_n-1024x725.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"725\" \/><\/p>\n<h4>Hauptzielgruppe: Jugendliche<\/h4>\n<p>Moderne Jugendliche haben zum gro\u00dfen Teil Angst, nicht cool zu sein, auf Facebook, Twitter und Co. gemobbt zu werden und sogenannte Freunde zu verlieren, wenn sie Schw\u00e4chen eingestehen. Also fressen sie Probleme in sich hinein und das Problem verst\u00e4rkt sich im Laufe der Zeit. \u201eSie werden immer introvertierter und vertrauen sich viel weniger Leuten an, weil sie Angst haben, dass sie ihren Status verlieren. Mir der App sollen die Jugendlichen spielerisch umgehen und eine Art Selbstdiagnosetool haben. Die App ist neutral und wertet nicht, also kann man sich ihr viel eher risikolos anvertrauen\u201c, erkl\u00e4rt Dagmar Schuller.<\/p>\n<p>Die App schl\u00e4gt dann gegebenenfalls vor, professionelle Hilfe zu suchen und \u201edie Jugendlichen m\u00fcssen sich keine Sorgen machen, dass es ihnen irgendjemand \u00fcbel nimmt. Ziel ist es, die App mit Therapiezentren zusammenzuschlie\u00dfen, wodurch dann die M\u00f6glichkeiten bestehen werden, dass Therapeuten fr\u00fchzeitig eingreifen k\u00f6nnen, die auch aktiv die Jugendlichen kontaktieren k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eGemeinsam wollen wir durch ausreichende Stich- und Fallzahlen und Patientendaten, die wir bekommen, das System so weit trainieren, dass es die Fr\u00fchindikatoren automatisiert erkennt, die dann unmittelbar f\u00fcr den klinischen Betrieb genutzt werden k\u00f6nnen.\u201c Da Patientendaten jedoch dem Datenschutz unterliegen, ist diese H\u00fcrde vor einem Einsatz noch zu nehmen. \u201eDas ist Aufgabe der Universit\u00e4ten, die zu bekommen. Unsere Aufgabe ist es, die intelligente Technologie zu liefern.\u201c<\/p>\n<p>In Arztpraxen gibt es diese M\u00f6glichkeit momentan noch nicht, da die Software im Rahmen eines gemeinsamen Projekts mit psychologischen Instituten der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen und der University of Exeter noch getestet wird. \u201eDie machen die gesamten klinischen Studien, bei denen es nicht nur um Fr\u00fchdiagnose geht, sondern auch um fr\u00fche Interventionen\u201c, so Schuller. Ziel ist eine intelligente Gesundheits-App besonders f\u00fcr Jugendliche, die am h\u00e4ufigsten von Burnout und Depression betroffen sind.<\/p>\n<p>So kann die App, die in den kommenden zwei bis drei Jahren als Beta-Version verf\u00fcgbar sein sollte, vielleicht sogar Selbstmorde verhindern und chronischen Depressionen vorbeugen, die sonst nur medikament\u00f6s therapierbar sind. \u201eDas ist das Hauptziel des Projekts und wird daher auch von der EU gef\u00f6rdert.\u201c<\/p>\n<p>Weiterlesen: <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/muenchner-startup-auf-den-spuren-von-star-trek\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">M\u00fcnchner Startup auf den Spuren von Star Trek<\/a><\/p>\n<p><em>Foto: Pixabay<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es kommt nicht nur darauf an was jemand sagt, sondern wie er es sagt. 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