{"id":150911,"date":"2018-08-02T10:20:39","date_gmt":"2018-08-02T08:20:39","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=150911"},"modified":"2018-08-02T10:20:39","modified_gmt":"2018-08-02T08:20:39","slug":"reisen-zukunft-warr-hyperloop","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/reisen-zukunft-warr-hyperloop\/","title":{"rendered":"Reisen in der Zukunft: Mit dem WARR Hyperloop durch den Untergrund"},"content":{"rendered":"<p>Gerade jetzt in der Ferienzeit gibt es wohl kaum einen geplagten Autofahrer, der nicht von einer M\u00f6glichkeit tr\u00e4umt, schneller dahin zu kommen, wo er hin will, wenn er in Kilometerlangen Staus schwitzt. Mit dem Hyperloop k\u00f6nnte dieser Traum vielleicht sogar in nicht allzu ferner Zukunft Wirklichkeit werden.<\/p>\n<p>Der Hyperloop ist das Konzept eines Transportsystems, bei dem sich ein Zug ann\u00e4hernd mit Schallgeschwindigkeit in einer R\u00f6hre mit Teilvakuum fortbewegen soll und eine <a href=\"http:\/\/hyperloop.warr.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gruppe Studenten der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen<\/a> hat am 22. Juli schon zum dritten Mal in Folge den Hyperloop Pod Wettbewerb in Los Angeles gewonnen. Die Deutschen haben sich sich gegen Studierendenteams aus der ganzen Welt durchgesetzt und ganz nebenbei auch einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt.<\/p>\n<p>Der Pod des WARR-Hyperloop-Teams raste mit sagenhaften 467 Stundenkilometern durch die Testr\u00f6hre auf dem Firmengel\u00e4nde von SpaceX. Beim zweiten Wettbewerb 2017 hatte die Kapsel des Teams \u201enur\u201c 324 Stundenkilometer erreicht. Im Vergleich zum zweiten Wettbewerb konnte sich das Team somit um fast 50 Prozent steigern. Auf Platz zwei landete \u00fcbrigens die Kapsel von Delft Hyperloop mit 142 km\/h, EPFLoop auf Rang drei erreichte 85 km\/h.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-150909\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/42864063184_240d8f5181_z-300x200.jpg\" alt=\"WARR Hyperloop\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/p>\n<p>\u201eBei einem solchen Wettbewerb zu gewinnen ist nat\u00fcrlich eine gro\u00dfe Freude\u201c, sagt Teamleiter Gabriele Semino. \u201eDas Team hat im letzten Jahr unz\u00e4hlbar viele Stunden in die\u00a0Entwicklung unserer Kapsel gesteckt und man ist nat\u00fcrlich\u00a0unglaublich gl\u00fccklich, wenn am Ende das, was man gebaut hat, nicht\u00a0nur\u00a0funktioniert und in der R\u00f6hre fahren kann, sondern auch noch schneller als die anderen Pods im Wettbewerb ist.\u201c<\/p>\n<p>Die erhofften 600 km\/h konnte man zwar (noch) nicht erreichen und Elon Musks Ziel von einer Geschwindigkeit von 1.200 Stundenkilometern ist wohl noch f\u00fcr eine Weile au\u00dfer Reichweite. \u201eDieses Ziel l\u00e4sst sich auf der Teststrecke nicht erreichen. Die R\u00f6hre vor dem Geb\u00e4ude von SpaceX in Los Angeles ist nur 1,2 Kilometern lang\u201c, sagt Teamleiter Gabriele Semino. \u201eAuf dieser Distanz muss der Pod auf volle Fahrt beschleunigen und wieder abbremsen.\u201c Das alleine sei schon eine riesige Herausforderung.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zum vergangen Jahr, in dem die Teilnehmer auch Technik von SpaceX nutzen konnten, mussten 2018 alle Pods \u00fcber einen eigenen Antrieb verf\u00fcgen. Da die Kapsel des WARR-Teams bereits 2017 \u00fcber einen eigenen Antrieb verf\u00fcgte, waren Semino und sein Team der Konkurrenz nat\u00fcrlich einen Schritt voraus. \u201eSo konnten wir unser Konzept prinzipiell weiterentwickeln. Wir haben aber das Design und auch den Antrieb stark \u00fcberarbeitet und optimiert\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>Die Entwicklungs- und Bauzeit f\u00fcr den neuen Pod betrug gerade mal zehn Monate. \u201eWir hatten das Gl\u00fcck schon beim letzten Wettbewerb mit unserer zweiten Kapsel erfolgreich gewesen zu sein und haben uns deswegen im letzten Jahr damit besch\u00e4ftigt eine stark optimierte Version zu bauen.\u201c Daher ist die neue Kapsel ihrer Vorg\u00e4ngerin auch in vielen Hinsichten \u00e4hnlich zur alten. Beide haben beispielsweise Elektromotoren als Antrieb und \u201ebestehen gro\u00dfenteils aus leichten Materialien wie CFK und Aluminium, jedoch ist das neue Design deutlich besser\u201c, betont der Teamleiter. \u201eAls Beispiel w\u00fcrde ich erw\u00e4hnen, dass die neue Kapsel die f\u00fcnffache Leistungsdichte (Leistung pro Gewicht) hat, wodurch wir in der Testr\u00f6hre h\u00f6here Geschwindigkeiten erreichen konnten.\u201c<\/p>\n<p>Der 50 Kilowatt starke Elektromotor des Vorjahrs wurde au\u00dferdem durch acht kleine Motoren ersetzt, von denen jeder ein Rad antreibt. \u201eAuf diese Weise wurde die Leistung auf 240 Kilowatt, also 320 PS, gesteigert. Der neue Pod ist mit einer L\u00e4nge von unter zwei Metern k\u00fcrzer als der Vorg\u00e4nger und hat eine aerodynamisch optimierte Form.\u201c<\/p>\n<p>Mit diesen knapp 2 Metern L\u00e4nge und einer H\u00f6he von etwas unter 30 Zentimetern ist der Pod nat\u00fcrlich viel zu klein f\u00fcr den Transport von Fahrg\u00e4sten. Bis es einen Pod gibt, der gro\u00df genug ist, um dann auch wirklich Passagiere zu transportieren, kann also noch dauern. \u201eEs gibt mehrere Firmen und Forschungsinstitute, die sich damit besch\u00e4ftigen, jedoch wird die Entwicklung noch einige Jahre dauern. Vermutlich wird aber der Bau der n\u00f6tigen Infrastruktur, um einiges l\u00e4nger dauern als die Entwicklung, weswegen meiner Meinung nach mindestens 10 Jahren n\u00f6tig sein werden, bevor man mit einer Hyperloop-Kapsel fahren werden kann\u201c, vermutet Semino. Momentan sei die Technologie ist noch in der Entwicklungsphase und die Prototypen w\u00fcrden vorerst mit dem Ziel gebaut, Technologien auszutesten.<\/p>\n<p>In puncto Passagierbef\u00f6rderung muss \u2013 neben dem Bau der n\u00f6tigen unterirdischen R\u00f6hren \u2013 auch noch ein weiteres Problem gel\u00f6st werden: Die G-Kr\u00e4fte, die auf die Menschen bei der Fahrt im Hypoerloop-Pod einwirken w\u00fcrden. \u201eUnsere Kapsel beschleunigt f\u00fcnfmal schneller als ein Flugzeug beim Take-Off. Da treten Kr\u00e4fte auf, die man keinem Passagier zumuten w\u00fcrde. Hohe Beschleunigungen sind f\u00fcr Menschen ung\u00fcnstig, weswegen man solche vermeiden sollte. In der Testr\u00f6hre erreichen unserer Prototypen zwar \u00fcber 1 g Beschleunigung, doch dies ist f\u00fcr eine Passagierkapsel nicht geeignet. Zum Vergleich, ein Flugzeug beim Start hat eine Beschleunigung von 0,3-0,4 g, also wird eine Hyperloop-Kapsel vermutlich auch nicht schneller als das beschleunigen d\u00fcrfen.\u201c<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"WARR Hyperloop III sets record of 467 km\/h at SpaceX Hyperloop competition!\" width=\"1290\" height=\"726\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/8ZHM8HSzb8Q?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.spacex.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">SpaceX<\/a>-Gr\u00fcnder Elon Musk hatte 2016 die &#8220;Hyperloop Pod Competition&#8221; ausgelobt, um seine Vision, Menschen in Zukunft mit ann\u00e4hernd Schallgeschwindigkeit im Superschnellzug Hyperloop reisen zu lassen, voranzutreiben.<\/p>\n<p>WARR Hyperloop ist ein Projekt der studentischen Initiative WARR (Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr Raketentechnik und Raumfahrt), die seit dem Jahr 1962 an der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen im Bereich der Luft- und Raumfahrt aktiv ist. Unterst\u00fctzt wird das Projekt au\u00dferdem von der Bayerischen Landesregierung und Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der hatte in seiner Regierungserkl\u00e4rung angek\u00fcndigt, eine bayerische Teststrecke f\u00fcr den Hyperloop bauen zu lassen.<\/p>\n<p><em>Foto: WARR Hyperloop<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade jetzt in der Ferienzeit gibt es wohl kaum einen geplagten Autofahrer, der nicht von einer M\u00f6glichkeit tr\u00e4umt, schneller dahin zu kommen, wo er hin will, wenn er in Kilometerlangen Staus schwitzt. Mit dem Hyperloop k\u00f6nnte dieser Traum vielleicht sogar in nicht allzu ferner Zukunft Wirklichkeit werden. 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