{"id":149506,"date":"2018-07-13T13:55:13","date_gmt":"2018-07-13T11:55:13","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=149506"},"modified":"2018-07-13T13:55:13","modified_gmt":"2018-07-13T11:55:13","slug":"interview-wepke-kingma","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/interview-wepke-kingma\/","title":{"rendered":"&#8220;Jetzt m\u00fcssen die Weichen neu gestellt werden&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Der Monat Juli ist ganz dem Austausch und Networking zwischen Akteuren aus M\u00fcnchen, Amsterdam und Utrecht gewidmet. Mit Dialoogkreativ wurde in M\u00fcnchen eine Veranstaltungs- und Networkingreihe ins Leben gerufen worden, die die Zusammenarbeit unter den Regionen f\u00f6rdern soll. Exklusiv f\u00fcr InnovationOrigins gibt der niederl\u00e4ndische Botschafter, Wepke Kingma einen Ausblick, wie Deutschland und die Niederlande voneinander profitieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Was Sind Ihre Erwartungen an den einen Monat dauernden Austausch, die Zusammenarbeit, das Networking?<\/h4>\n<p>Wir streben langfristig eine Innovationspartnerschaft an. In den vier Wochen wird es zahlreiche Veranstaltungen und Aktivit\u00e4ten geben, die dazu dienen, Netzwerke auszubauen und sich inhaltlich auszutauschen zu den verschiedenen Kultur- und Kreativf\u00f6rderungsans\u00e4tzen und zu L\u00f6sungsans\u00e4tzen f\u00fcr nachhaltige Stadtentwicklung.<\/p>\n<p>Ich sehe M\u00f6glichkeiten, in denen sich die Erfahrungen der Regionen Utrecht, Amsterdam und M\u00fcnchen gut erg\u00e4nzen k\u00f6nnen. Das gilt sowohl f\u00fcr Bereiche der urban mobility als auch Mode und Virtual Reality.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>In welchen Bereichen der Stadtentwicklung sehen Sie das gr\u00f6\u00dfte Potenzial, um gemeinsame L\u00f6sungen zu entwickeln und umzusetzen?<\/h4>\n<p>Wir stehen ja vor \u00e4hnlichen Herausforderungen. Es geht darum wie Menschen in Zukunft wohnen, arbeiten und zusammenleben wollen. Was ist ihnen wichtig und wie kann man die Bed\u00fcrfnisse der Gegenwart befriedigen zugleich aber diejenigen der kommenden Generationen mit bedenken. Es geht um smarte B\u00fcrger und eine digitale Gesellschaft, um den nachhaltigen Umgang mit Energie und Mobilit\u00e4t, um das Stadtklima und um soziales Bauen. Aber auch bei Fragen der Gesundheitsf\u00fcrsorge und Pflege im digitalen Zeitalter ist internationaler Austausch in der Forschung und letztendlich auch im Handel f\u00fcr beide L\u00e4nder von gro\u00dfem Interesse.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>M\u00fcnchen hat im Januar dieses Jahres angek\u00fcndigt, die Stadt zur Smart City ausbauen zu wollen. Was macht Ihrer Meinung nach eine Smart City aus?<\/h4>\n<p>Eine smarte Stadt zeichnet sich vor allem durch eine innovative Infrastruktur aus, das hei\u00dft durch eine intelligente Steuerung in den Bereichen Verwaltung, Mobilit\u00e4t und Energieeffizienz. Au\u00dferdem sollte Wert auf Mitsprache und die Schaffung von Teilhabe gelegt werden. Erst Menschen machen eine Stadt smart. Und deshalb m\u00fcssen wir uns fragen: Wie kann es uns gelingen, den Bewohnern der Stadt intelligente und nachhaltige L\u00f6sungen in allt\u00e4glichen Fragen anzubieten, z.B. der M\u00fclltrennung oder dem innerst\u00e4dtischen Nahverkehr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Welche Smart City-Konzepte werden in Amsterdam und Utrecht bereits umgesetzt?<\/h4>\n<p>In Amsterdam sind zwei bekannte Beispiele f\u00fcr Nachhaltigkeit die Johan-Cruyff-ArenA, die sich zum Ziel gesetzt hat, das nachhaltigste Stadion der Welt zu sein, indem sie energieneutral funktioniert bidirektionales Laden erm\u00f6glicht. Und De Creuvel, ein Innovation Space in Amsterdam, f\u00fcr die Entwicklung nachhaltiger Konzepte. In Utrecht gibt es mit Lomboxnet und We drive Solar Projekte zum bidirektionalen Laden, bei denen das Auto als Batterie fungiert und Strom erzeugt wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Von welchen Erfahrungen in Bezug auf die Entwicklung einer Smart City k\u00f6nnen die M\u00fcnchner durch Dialoogkreativ profitieren?<\/h4>\n<p>Angesichts gesellschaftlicher Entwicklungen wie Digitalisierung und demographischer Wandel kann die Kreativwirtschaft als Mediator innerhalb der Gemeinschaft dienen. Der experimentierfreudige und ganzheitliche niederl\u00e4ndische Probleml\u00f6sungsansatz, der sogenannte Dutch Approach ist entscheidend f\u00fcr die F\u00e4higkeit zum Br\u00fcckenschlag zu anderen Branchen. In den Niederlanden sind interdisziplin\u00e4re und vernetzte Projekte l\u00e4ngst an der Tagesordnung. Ich bin \u00fcberzeugt von der St\u00e4rke des Design Thinking, vor allem wenn es um soziale Innovation geht. Bei uns arbeiten B\u00fcrger, Designer und Beh\u00f6rden zusammen und erg\u00e4nzen sich so. Auch Hochschulen k\u00f6nnen voneinander lernen. An der Design Academy in Eindhoven gibt es zum Beispiel bereits seit einigen Jahren einen speziellen Social-Design-Studiengang. Beim Social Design geht es nicht darum, WAS wir machen, sondern WIE wir es machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Ein weiterer wichtiger Punkt w\u00e4hrend Dialoogkreativ ist das Thema E-Mobility, generell Mobility. Amsterdam gilt als Vorzeige-Radfahrer-Stadt. Es scheint als liefe der Radverkehr wie selbstverst\u00e4ndlich.<br \/>\nIn M\u00fcnchen ist das anders, da haben viele Fahrradfahrer ein schlechtes Image, weil sie gef\u00fchlt r\u00fccksichtslos anderen Verkehrsteilnehmern gegen\u00fcber auftreten. Was ist das Erfolgsrezept in Amsterdam?<\/h4>\n<p>Auch in St\u00e4dten wie Amsterdam oder Utrecht ging das nicht von heute auf morgen und ist l\u00e4ngst noch nicht alles perfekt. Aber die Entwicklung zur Radfahrerfreundlichen Stadt hat in den Niederlanden viel fr\u00fcher eingesetzt. Unsere Innenst\u00e4dte sind kleiner und bereits in den 70er Jahren hat man die Pl\u00e4ne, Autobahnen in die St\u00e4dte zu f\u00fchren ad acta gelegt. Auch die Bewohner der gro\u00dfen St\u00e4dte sehnen sich nach lebenswerten und nachhaltigen Stadtzentren und das Fahrrad passt da ganz gut ins Konzept. Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass sich diese Entwicklung auch in Deutschland fortsetzen wird. Aber nat\u00fcrlich braucht es f\u00fcr die Umsetzung und einen r\u00fccksichtsvollen Umgang miteinander auch eine gute Fahrradinfrastruktur und M\u00fcnchen ist schon auf dem guten Weg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der elektromobilen Fahrzeuge in den Niederlanden rasant gestiegen. In Deutschland ist das bei weitem nicht so. Was sind Ihrer Meinung nach die gro\u00dfen Herausforderungen bei Elektromobilit\u00e4t?<\/h4>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen sind meiner Meinung nach die Bezahlbarkeit und die nachhaltige Stromerzeugung, die es daf\u00fcr braucht. Und nat\u00fcrlich die Ladeinfrastruktur. Ich denke, dass wir in der Zukunft auch gr\u00f6\u00dfere Distanzen mit Elektromobilit\u00e4t \u00fcberbr\u00fccken k\u00f6nnen. Nur m\u00fcssen jetzt die Weichen neu gestellt werden und alle an einem Strang ziehen, auch in Deutschland.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Bei den vielen verschiedenen Themen, die w\u00e4hrend Dialoogkrativ besprochen, entwickelt und umgesetzt werden sollen, m\u00fcssen auch die Einwohner mit einbezogen werden. Wie k\u00f6nnen die B\u00fcrger in den St\u00e4dten mit ins Boot geholt werden?<\/h4>\n<p>Um eine Zusammenarbeit zwischen B\u00fcrgern, Gestaltern und Beh\u00f6rden zu erm\u00f6glichen, m\u00fcssen sich engagierte Menschen online organisieren k\u00f6nnen, um mitzureden. Das heisst, dass alle auch Zugang zu denselben Daten und Informationen haben. Offene Technologie und offene Daten spielen eine entscheidende Rolle. Hierarchische Strukturen loslassen ist auch wichtig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Als Botschafter des K\u00f6nigreichs der Niederlande kennen Sie beide Nationen sehr gut. Inwieweit spielt der Faktor Mensch bei der Umsetzung von Smart City, E-Mobilit\u00e4t oder anderen gesellschaftlichen Themen eine Rolle und warum?<\/h4>\n<p>Womit beginnt Innovation? Nicht mit Geb\u00e4uden oder Baumaterialien, sondern mit neugierigen und kreativen Menschen, die mit ihren Projekten etwas ver\u00e4ndern wollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Foto: Botschaft der Niederlande<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mehr \u00fcber Dialoogkreativ:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"Hh3gOnqTTg\"><p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/niederlande-punkten-mit-vermeer-fischleder-und-kaugummischuhen\/\">Niederlande punkten mit Vermeer, Fischleder und Kaugummischuhen<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8220;Niederlande punkten mit Vermeer, Fischleder und Kaugummischuhen&#8221; &#8212; Innovation Origins\" src=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/niederlande-punkten-mit-vermeer-fischleder-und-kaugummischuhen\/embed\/#?secret=XT4fBRNXNL#?secret=Hh3gOnqTTg\" data-secret=\"Hh3gOnqTTg\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"9cUyYbKu1P\"><p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/dialoogkreativ-muenchen\/\">Amsterdam und Utrecht meets M\u00fcnchen zum \u201eDIALOOGKREATIV\u201c<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8220;Amsterdam und Utrecht meets M\u00fcnchen zum \u201eDIALOOGKREATIV\u201c&#8221; &#8212; Innovation Origins\" src=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/dialoogkreativ-muenchen\/embed\/#?secret=ZLLsEMP9Py#?secret=9cUyYbKu1P\" data-secret=\"9cUyYbKu1P\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Monat Juli ist ganz dem Austausch und Networking zwischen Akteuren aus M\u00fcnchen, Amsterdam und Utrecht gewidmet. 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